Einen neuen Welpen nach Hause zu holen ist aufregend – bis das Fiepen mitten in der Nacht losgeht. Zu lernen, wie dein Welpe die ganze Nacht durchschläft, ist eine der ersten Herausforderungen, denen sich neue Tierhalter:innen stellen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Routine und etwas Geduld finden die meisten Welpen innerhalb weniger Wochen zu einer vollen Nachtruhe.
Warum Welpen nachts aufwachen
Junge Welpen haben winzige Blasen. Die meisten können körperlich nicht länger als ein paar Stunden einhalten, bis sie etwa vier Monate alt sind – deshalb sind Toilettengänge um Mitternacht in den ersten Wochen völlig normal.
Abgesehen von den Bedürfnissen fürs Geschäft wachen Welpen auf, weil sie sich an eine komplett neue Umgebung gewöhnen müssen. Sie haben gerade ihre Wurfgeschwister und die Mutter verlassen, daher sind Angst und Einsamkeit häufig – besonders in den ersten Nächten.
Auch Hunger, überschüssige Energie und ungewohnte Geräusche können eine Rolle spielen. Den Grund fürs Aufwachen zu verstehen, ist der erste Schritt, um das Problem zu lösen.
Eine funktionierende Abendroutine aufbauen
Welpen lieben Vorhersehbarkeit. Eine konsequente Abendroutine signalisiert deinem Welpen, dass der Tag zu Ende geht und es Zeit zum Ausruhen ist.
Eine gute Routine könnte so aussehen:
- Letzte Mahlzeit – gib das Abendessen mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen, damit dein Welpe Zeit zum Verdauen hat.
- Letzter Toilettengang – geh direkt vor dem Lichtausmachen mit deinem Welpen nach draußen (oder an den vorgesehenen Platz).
- Runterkommen – dimme das Licht, schalte den Fernseher aus und vermeide in den letzten 30 Minuten des Abends wildes Spiel.
- Zur Ruhe kommen im Schlafbereich – setze deinen Welpen in seine Crate oder in sein Bett, mit einem sicheren Kauspielzeug oder einer Decke, die vertraut riecht.
Wiederhole diese Abfolge wirklich jeden Abend. Innerhalb von ein bis zwei Wochen erwarten die meisten Welpen die Schlafenszeit und kommen schneller zur Ruhe.
Crate Training für besseren Schlaf
Eine Crate gibt deinem Welpen einen höhlenartigen Rückzugsort, der sich sicher und geborgen anfühlt. Richtig eingeführt, wird sie zu einem Ort, an dem dein Welpe gern ist – und nicht zu einer Strafe.
Beginne damit, die Mahlzeiten in der Crate zu füttern, und wirf tagsüber Leckerlis hinein, damit dein Welpe positive Verknüpfungen aufbaut. Lass die Tür anfangs offen. Sobald dein Welpe freiwillig hineingeht, schließe die Tür für kurze Zeiträume, während du noch im Raum bist.
Stelle die Crate in den ersten Wochen in dein Schlafzimmer. Die Nähe zu dir reduziert Trennungsstress und macht es für dich leichter zu hören, wenn dein Welpe zum Toilettengang muss.
Kurz-Tipp: Lege ein getragenes T‑Shirt in die Crate. Dein Geruch wirkt beruhigend und kann einem unruhigen Welpen helfen, schneller zur Ruhe zu kommen – ganz ohne teure Extras.
Wenn dein Welpe älter wird und zuverlässiger durchschläft, kannst du die Crate nach und nach an ihren dauerhaften Platz umstellen, wenn du möchtest.
Gewohnheiten am Tag, die die Nachtruhe verbessern
Ein Welpe, der den ganzen Tag schläft, hat um Mitternacht noch Energie übrig. Achte darauf, dass dein Welpe tagsüber genügend altersgerechte Bewegung und geistige Auslastung bekommt.
Kurze Spieleinheiten, einfache Trainingsübungen und Futterpuzzles helfen dabei, Körper und Kopf eines jungen Hundes auszulasten. Setze lieber auf mehrere kurze Aktivitätsphasen statt auf eine lange Einheit – Welpen werden schnell müde und brauchen außerdem Tagschlaf, um gesund zu wachsen.
Auch Gesundheit und Komfort machen sich zur Schlafenszeit bemerkbar. Juckreiz, Kratzen und allgemeines Unwohlsein durch Flöhe und Zecken können den Schlaf leicht stören – deshalb lohnt es sich, beim Parasitenschutz konsequent zu bleiben. Ebenso schützt ein früh begonnener Herzwurm-Schutz die langfristige Gesundheit deines Welpen und nimmt eine weitere mögliche Ursache für Unruhe später aus dem Spiel.
Versuche, die Nickerchen ausgewogen zu halten. Eine gute Faustregel ist eine Stunde Schlaf pro Stunde Wachzeit – aber begrenze Nickerchen am späten Nachmittag, damit dein Welpe zur Schlafenszeit wirklich müde ist.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Auf jedes Fiepen reagieren. Wenn du sofort zu deinem Welpen rennst, sobald er weint, lernt er schnell: Geräusche bedeuten Aufmerksamkeit. Warte ein oder zwei Minuten, bevor du eingreifst – vielleicht beruhigt er sich von selbst wieder.
Den letzten Toilettengang auslassen. Auch wenn dein Welpe nicht besonders dringend wirkt, biete ihm immer noch einmal die Möglichkeit, sich zu lösen. Eine volle Blase ist einer der häufigsten Gründe, warum Welpen aufwachen.
Den Schlafplatz zu oft wechseln. Beständigkeit ist wichtig. Wähle einen Schlafplatz und bleib dabei, solange dein Welpe die Routine noch lernt.
Unfälle in der Nacht bestrafen. Unfälle passieren. Mach alles ruhig und ohne großes Aufheben sauber. Ein Welpe nachträglich zu schimpfen erzeugt nur Angst – es bringt ihm keine Blasenkontrolle bei.
Zu viel Futter kurz vor dem Schlafengehen. Eine schwere Mahlzeit oder zu viele Leckerlis kurz vor dem Zubettgehen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Toilettengang mitten in der Nacht – oder für einen empfindlichen Magen.
Häufig gestellte Fragen
In welchem Alter schlafen die meisten Welpen nachts durch?
Die meisten Welpen können etwa ab einem Alter von rund 16 Wochen sechs bis acht Stunden am Stück schlafen. Kleinere Rassen brauchen aufgrund ihrer kleineren Blase manchmal etwas länger. Jeder Welpe ist anders – konzentriere dich daher lieber auf stetige Fortschritte als auf ein fixes Datum.
Sollte ich über Nacht Wasser in der Crate lassen?
In der Regel ist es am besten, den Wassernapf etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen wegzustellen. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit von nächtlichen Toilettengängen. Achte einfach darauf, dass dein Welpe tagsüber genug getrunken hat, damit er nicht durstig ins Bett geht.
Ist es okay, wenn mein Welpe in meinem Bett schläft?
Das ist eine persönliche Entscheidung, aber die meisten Trainer:innen empfehlen, deinem Welpen zuerst beizubringen, selbstständig zu schlafen. Wenn sich gute Gewohnheiten etabliert haben – und dein Welpe zuverlässig stubenrein ist – kannst du entscheiden, ob ihr das Bett teilt, ohne Rückschritte im Training zu riskieren.
Damit ein Welpe die Nacht durchschläft, braucht es Konsequenz, Geduld und die richtige Umgebung. Während du gesunde Gewohnheiten aufbaust, sollten auch die Basics stimmen – stöbere in unserem Sortiment an vorbeugenden Gesundheitsprodukten für Hunde, damit dein Welpe sich wohlfühlt, geschützt ist und bestens für eine erholsame Nacht bereit ist. Wenn die Schlafprobleme länger als ein paar Wochen anhalten, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, um mögliche gesundheitliche Ursachen auszuschließen.
